Am Samstag den 05.03.2011 ist es wieder so weit: Diesmal in Lippstadt wird das Liga Gremium zusammentreten. Ein Gremium, dass 2010 aus dem Boden gestampft wurde und direkt Statuten aufgestellt hat welche für eine neue Liga galten, was natürlich auch viel Kritik bekommen hat und auch immer noch bekommt. Davon ist einiges gerechtfertigt. Der größte Kritikpunkt bist jetzt war, dass es ein nicht demokratisches Gremium ist. Am Anfang war das durchaus zutreffend, allerdings wurde das Gremium für das Jahr 2011 per Wahl gefunden; wohl eine der besten Entscheidungen, die dieses Gremium getroffen hat.
Leider lief auch diese Wahl nicht ganz fehlerfrei, was damit begann, dass das Gremium zwar festgelegt hatte, dass eine Wahl 2011 stattfindet, nicht aber mit welchem Wahlverfahren das geschieht. Das führte dazu, dass zwar jeder Jugger wusste, dass es eine Abstimmung geben wird aber niemand erahnen konnte, wie die Stimme abgegeben wird, bis es dann eine geheime Wahl gab. Das Problem dabei war nur, dass diese Wahl gar nicht so geheim war, wie sie hätte seien sollen: Erstmal gingen alle Stimmen zu nur einer Person.
Diese Tatsache löste eine große Diskussion aus, bei der sich der große Teil der zu dem Zeitpunkt im Amt befindlichen Gremiumsmitglieder raus hielt: Es waren nur ein paar wenige Leute, die die
Diskussion mit dem Rest der Community geführt haben und sich dann um eine Lösung im Sinne aller bemühten. Leider sind es es immer die selben Leute die sich in die Diskussionen einbringen.
Hier gibt es einen großen Handlungs- und Verbbesserungsbedarf, wie so eine Wahl abläuft, denn es darf einfach nicht wieder passieren, dass eine geheime Wahl bei nur einer Person landet: Egal wie vertrauenswürdig diese Person ist, egal wie lange man eine Person kennt oder mit ihr zusammenarbeitet hat und auch egal, ob nach der Stimmabgabe noch jemand anderes mit auszählt oder nicht.
Es darf einfach nicht sein, dass irgendjemand, egal wer, Einblick darein hat, wie andere Personen wählen wenn es sich um eine geheime Wahl handelt.
Hier muss ein Verfahren her das eine geheime Wahl garantiert, oder noch besser: Einfach eine offene Wahl. Hier bräuchte man ein System wo bis zu einem gewissen Zeitpunkt die Wahlberechtigten ihre Stimmen abgeben können und diese nach diesem Zeitpunkt veröffentlicht werden. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass das Gremium eine Arbeitsgruppe bildet, die dann so ein System zur Gremiumssitzung im Herbst entwickeln und auch technisch umsetzten.
Bei der Wahl dieses Jahr wurde im Nachhinein die Verteilung der Stimmen veröffentlicht und das ist auch wirklich gut geworden, allerdings fehlen bis heute die Ergebnisse der Stichwahlen. Bekannt ist nur wer die Stichwahl gewonnen hat, nicht aber wer wie viele Stimmen bekommen hat. Es ist lediglich erkennbar das Duisburg die Stichwahl gegen Hannover und Oldenburg verloren hat.
Dass das Ergebnis einer Wahl nun offen ist, ist schon sehr gut doch auch hier muss weiter gegangen werden: Es reicht nicht zu veröffentlichen, welche Gruppen gewählt wurden. Viel mehr muss auch veröffentlicht werden, wer für diese Gruppen das jeweilige Mandat wahrnehmen wird. Wenn es nur um die Interessen der einzelnen Städte gehen würde, müsste man diese Namen nicht veröffentlichen. Da es aber um die Interessen einer ganzen Gemeinschaft geht, ist es wichtig dass jeder Interessierte auch Zugang dazu hat, wer genau jetzt dort sein wird, am besten sogar inklusive Kontaktmöglichkeiten, hier würden die Forennamen schon ausreichen. Dies ist insofern wichtig, weil es durchaus sein kann dass die beiden Vertreter einer Stadt auch nicht einer Meinung sind und weil Interessenten klare Ansprechpartner brauchen die sie erreichen können, wenn man die Leute auf Turnieren trifft oder ihnen einfach nur eine E-Mail schreiben will.
Mit den Vertretern der Städte kommen wir zu einem weiteren Punkt, den das Gremium diskutieren sollte: Was ist wenn sich ein Team aktiv aufstellt, wie es bei dieser Wahl geschehen musste, sich dann aber nach der Wahl nicht meldet und keine Vertreter nennt?
Sollte dann ein bestimmter Zeitraum festgelegt werden in dem die Vertreter benannt sein müssen? Nach diesem Zeitraum wäre dann der nächste nicht gewählte Bewerber dran Vertreter zu benennen, da man ja davon ausgehen muss das eine Stadt, die keine Vertreter benennt, die Wahl nicht annimmt.
Ein weiteres Problem ist, dass zu viele Verantwortlichkeiten und Aufgaben bei nur einer Person liegen. Bevor ihr mir wieder vorwerft, ich würde Ace misstrauen: Ich persönlich vertraue Ace durchaus und schätze sehr wie er sich engagiert und bin ihm sehr dankbar dafür, vor allem für die Verwaltung von jugger.org.
Weiter glaube ich auch nicht, dass irgendein Fehler oder Missgeschick absichtlich geschehen ist. Ich denke vielmehr, dass jeder Fehler macht und das absolut normal ist und das es weiterhin gut ist, dass Fehler gemacht werden aber dann muss man daraus lernen.
Nun ist es so, dass einige Missgeschicke passiert sind, zum Beispiel dass in der offiziellen Version der ersten Statuten folgender Satz nicht drinsteht:
"Um im Streitfall Diskussionspunkte auch nach einem Ligaturnier adäquat regeln zu können, werden Schiedsgerichte einberufen."
In der
online einsehbaren Version ist dieser Satz allerdings zu finden, obwohl im Protokoll der letzten Gremiumssitzung laut Protokoll nicht beschlossen wurde diesen Satz hinzuzufügen und es durchaus entscheidend sein kann, ob es sich nur auf Ligaturniere bezieht oder nicht. Denn wenn nicht, könnte man das Schiedsgericht auch anrufen wenn es um das Gremium selbst geht, was durchaus Sinn machen würde. Ein weiterer Punkt ist auch die E-Mail-Adresse gremium@jugger.org, denn diese geht nur an Ace, dabei sollte diese Adresse doch eigentlich das ganze Gremium erreichen. Eine automatische Weiterleitung an alle Gremiumsmitglieder wäre da angebracht, denn - egal durch wessen Hand es geht - es sollte bei Nachrichten, die an alle Gremiumsmitglieder gehen, keinen Mittelsmann geben, egal wer das ist.
Auch wenn ich hier jetzt sehr viel Kritik geäußert habe, bin ich doch allen Gremiumsmitgliedern sehr dankbar für ihre Arbeit, denn was sie leisten ist einiges an Aufwand und in meinen Augen ist es sehr wichtige Arbeit, die wegweisend für die Zukunft von Jugger sein wird. Allerdings darf man dabei nicht vergessen, dass es dabei nicht nur um die Liga selbst und die Teams die in ihr spielen geht: Es geht eher um die Entwicklung einer Sportart, die Strukturen braucht, an denen sie sich orientieren kann und bei der eine langfristige Entwicklung nicht aus den Augen verloren werden darf. Hierbei muss besonders darauf geachtet werden, wie man die Teams berücksichtigt bzw. jene zu Wort kommen lässt, die nicht gewählt wurden.
Mit diesen Dankesworten, Gedanken, Vorschlägen und dieser Kritik wünsche ich dem Gremium eine konstruktive Sitzung und eine erfolgreiche Amtszeit.
An dieser Stelle möchte ich Alexander Fiedler und ein paar weiteren Personen für Informationen und Hilfe danken.